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  • Фото автораNataliya Gumenyuk

Ukrainische Unabhängigkeit: Eine Zukunftskultur


Am 24. August feierte die Ukraine ihren Unabhängigkeitstag. Hier sieht man an jenem Tag in Kiew eine junge Frau zwischen zerstörtem russischem Kriegsgerät spazieren, das demonstrativ auf den Straßen aufgestellt worden war. © Alexey Furman/​Getty Images

Verkündet wurde die Unabhängigkeit der Ukraine in den Mauern des Parlaments der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Jener Tag, der 24. August 1991, markiert für die Ukrainer inzwischen ungeachtet aller tragischen Aspekte der ukrainischen Geschichte einen von nichts zu trübenden Feiertag.


Letztes Jahr stellte ich zum dreißigsten Jubiläum der Wiederherstellung der ukrainischen Eigenstaatlichkeit die Dokumentarserie Unsere 30 Jahre zusammen, die dem ersten Jahr in Unabhängigkeit gewidmet ist. Dieses Projekt entstand infolge soziologischer Studien, die mein Team in Zusammenarbeit mit dem Programm Arena des britischen Forschers Peter Pomerantsev durchgeführt hatte. Wir hatten in Umfragen und Fokusgruppen erforscht, welche Aspekte ihrer eigenen Geschichte die Ukrainer am meisten interessieren und sie potenziell miteinander verbinden können, und waren dabei auf eine Nachfrage nach Reflexionen zu den ukrainischen Neunzigerjahren gestoßen. Außer russischen Filmen über Banditen und erste Mafiosi gibt es fast keine Kulturerzeugnisse, die von dieser Zeit erzählen. Solche Filme spiegeln aber die Erfahrungen der Millionen früherer Unionsbürger nicht wider, die in jener Zeit eine spektakuläre Transformation nicht nur ihres staatlichen Umfelds, sondern auch ihrer selbst durchgemacht haben.


Wir konzentrierten uns also auf die gemeinschaftlichen Traumata und Kämpfe: Unsere Serie vertieft sich in die Erinnerungen von Professorinnen und Ingenieurinnen, die ihre Hochschuldiplome beiseitegelegt hatten, um auf polnischen Märkten Handel zu treiben; von Opfern der Atomtragödie von Tschernobyl, welche die ersten Ökobewegungen der UdSSR gründeten; von Arbeitern, die sich zu Fuß nach Kiew aufmachten, um da die Auszahlung ihrer Löhne einzufordern; von Krimtataren, die aus der Verbannung auf die Krim zurückkehrten, wogegen die ehemalige Nomenklatur immer noch Widerstand leistete; von Veteranen des Eroberungsfeldzugs in Afghanistan, denen man mit dem Argument jede Unterstützung verweigerte, dass ja "nicht wir sie dahin geschickt haben"; von Idealisten, die in eine tyrannische Sekte geraten waren, weil die neugewonnene Religionsfreiheit zum leichten Missbrauch einlud.


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